Emotionales Essen

Der englische Begriff dafür lautet Comfort Eating und drückt sehr schön aus, um was es eigentlich geht: Um Essen, das Trost spendet, beruhigend wirkt und ein angenehmes, wohliges Gefühl hinterlässt.

Wer kennt das nicht: Wir sind satt und trotzdem haben wir das Bedürfnis weiterzuessen. Oder wir verspüren ein scheinbar unstillbares Verlangen nach  Schokolade oder Chips? Es hilft uns auch nicht weiter, dass wir wissen, warum wir gerade essen. Im Gegenteil, oftmals verstärkt es nur noch die Wut auf uns selbst. Das Gefühl, sich nicht 'im Griff' zu haben oder 'disziplinlos' zu sein, tut sein übriges dazu. Spätestens jetzt nimmt der Automatismus seinen Lauf und wir essen emotional. Doch leider macht es uns - wenn überhaupt - nur kurzfristig satt und zufrieden.

Es ist nicht die erwachsene Person in uns, die die Entscheidung trifft, zu essen. Sie weiß genau, wie ungesund unser Verhalten ist und wüde gegensteuern. Es ist ein jüngerer Teil von uns, der davon nicht lassen kann. Der gelernt hat, sich damit zu trösten, zu schützen oder sich zu beruhigen. Und solange das Essen für uns die Fürsorge übernehmen muss, kann es nicht gehen. Mit dem kognitiven Verstehen kommen wir allein nicht weiter, da es um das Gefühl geht, das Essen in uns hervorruft. Und Gefühle wollen gefühlt und nicht verstanden werden...

Eins wird deutlich: Unsere Seele hungert, und sie wird nicht durch Essen satt. Die Vergangenheit, kann sich nur in der Gegenwart bemerkbar machen, in Form von 'Hungerstimmung' oder 'Essdruck',. Es ist somit eine Chance, hinzuschauen und herauszufinden, was sich zeigen und nachgenährt werden möchte.

Meine unterschiedlichen Methoden (u.a. Systemische Therapie  und NLP) bieten viele hilfreiche und unterstützende Formate, um aus der empfundenen Auswegslosigkeit herauszukommen.

Da ich selbst Betroffene bin und durch unzählige Diäten immer dicker wurde, wußte ich, dass ich den Diät-Pfad nicht weiter gehen kann. Große Hoffnungslosikeit überkam mich, doch Aufgeben war keine wirkliche Option. Ein glücklicher Zufall führte mich zu Maria Sanchez von Sehnsucht und Hunger. Nach mehreren Seminaren bei ihr und nunmehr als SuH-Gruppenleiterin, kann ich sagen:"Ich habe mich auf den Weg gemacht!". Er ist nicht immer einfach und schon gar nicht stringent. Doch es ist befreiend, und ich sehe zuversichtlich und neugierig auf den Teil, der noch vor mir liegt.